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               Börde-Museum Burg Ummendorf
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 Magdeburger Börde  

 

Von einem mittelalterlichen Verwaltungsbegriff wandelte sich die Bezeichnung „Börde“ ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunehmend zu einer Benennung mit geologisch-geografischem Inhalt. So wurde nun für die Umfassung des Gebietes von der Lößbodenverbreitung ausgegangen. Mit der Landschaftsbezeichnung „Magdeburger Börde“ wird heutzutage das Gebiet benannt, das zwischen Ohre im Norden und Bode im Süden sowie zwischen Elbe im Osten und Aller im Westen liegt.

Es umfasst eine Fläche von rund 1250 km². Sowohl die historische als auch die heutige Bedeutung der Magdeburger Börde wird durch natürliche Faktoren begünstigt: Sie gehört zu den fruchtbarsten Schwarzerdegebieten Mitteleuropas. Hinzu kommen vorteilhafte geografische, klimatische und hydrologische Bedingungen.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Anbau von Zuckerrüben auf dem hiesigen Lößboden zum prägenden Wirtschaftsfaktor. Wegbereiter dazu war der Anbau der Wurzelzichorie gegen Ende des 18. Jahrhunderts und die damit verbundene intensive tiefgründige Bodenbearbeitung, die „Magdeburger Spatenkultur“.

Mit dem Zuckerrübenanbau in großem Stil kam es zu einem enormen wirtschaftlichen Aufschwung, einem regelrechten „Boom“. Im Zuge der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts griff man durch die Fabrikation und Anwendung von Wanzlebener Pflügen (Tiefkulturpflüge) sowie durch den Einsatz von Dampfpflug-Maschinensystemen neue technische Möglichkeiten auf und stärkte die Vorreiterrolle der Region.  

 

Kipp-Pflug im Einsatz © Foto Fritz Giesecke Archiv BMBU-2009-027

 

   

Auch die Vorkommen an Steinkohle und Kalisalz sowie deren Abbau standen in direktem Kontext zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region und prägen bis heute das Landschaftsbild. Zu einer überregionalen Bekanntheit brachte es zudem der Sandstein, der entlang der oberen Aller abgebaut wurde und in zahlreichen repräsentativen Bauten Deutschlands Verwendung fand: etwa beim Magdeburger Dombau (aus den sog. Domkuhlen bei Seehausen), beim Potsdamer Stadtschloss wie auch bei der Errichtung der Kolonnade des „Neuen Palais“ im Schlosspark Sanssouci. Kulturell betrachtet, zeichnen die Region heute u. a.  imposante Bauwerke in reizvoller Umgebung aus, die zur „Straße der Romanik“ gehören; seit Neuestem erweitert durch die touristische Route der „Verborgenen Schätze an der Straße der Romanik“, zu der auch das Börde-Museum Burg Ummendorf gehört.